Dienstag, Dezember 18, 2007

Neue Trainer braucht das Skispringen in Deutschland

Neue Trainer braucht das Skispringen in Deutschland

 

Die ersten Weltcups sind Geschichte und nach den vagen Hoffnungen der Skisprungfans in Bezug auf die Leistungsfähigkeit der DSV-Adler hat sich wieder einmal Ernüchterung, Lethargie und Enttäuschung breit gemacht. Ein Top-Ten-Platz von Michael Neumayer steht zu Buche und ansonsten gilt es den Verfall deutscher Skisprung-Qualität zu konstatieren. Der Sonntag von Trondheim war das schlechteste deutsche Resultat in diesem Jahrtausend - der beste DSV-Adler landete auf Rang 26.

Entsprechend brodelt derzeit auch die Gerüchteküche, ob denn ein neuer Mann an die Skisprungspitze in Deutschland kommen wird und es scheint eher nur noch eine Frage des wann zu sein, als denn eine Frage des ob.

Dazu gesellt sich natürlich die Frage, wer denn den Job des Krisenmanagers übernehmen soll und auch will. Da ist zum Einen die Austria-Connection mit Heinz Kuttin (Oberhof) und Stefan Horngacher (Schwarzwald) an der Spitze, wobei die „Schwarzwaldfraktion“ sicher den größeren Einfluss im DSV hat. Auf der anderen Seite stehen auch durchaus einige ehrgeizige DSV-Trainer, die sich auf den Job bewerben werden und dann besteht ja auch wieder die Möglichkeit, aus dem Lager der Kombinierer Erfolgstrainer wie Andi Bauer abzuwerben.

Wer auch immer es sein wird, ein großer Berg an Aufgaben wartet auf den Bundestrainer.

Die Nachwuchsarbeit wurde in den Zeiten von Sven Hannawald und Martin Schmitt sträflich vernachlässigt.

Die Finanzmisere erschwert nicht nur die Nachwuchsarbeit, sondern auch die technische Entwicklung.

Das Amt des Bundestrainers wurde in den letzten Monaten immer mehr beschnitten und diverse Landesfürsten kämpfen um ihre Positionierung sowie persönliche Eitelkeiten.

Die Athleten sind finanziell gesättigt aus den „fetten Jahren“ und zeigen wenig Motivation. Sie zeigen sich stets zufrieden, sehen immer einen Aufwärtstrend und dreschen stets die gleichen Phrasen. Es fehlt ein Ruck, eine klare Positionierung zur Leistung und der unbedingte Siegeswille. Dazu gehört auch ein Trainer, der Athleten in den Hintern tritt, wenn diese lethargisch werden und nicht mit gleicher Lethargie reagiert. Stattdessen wurden mit Alexander Herr, Michael Möllinger und einigen anderen Athleten Exempel statuiert, die zum Einen teilweise unberechtigt waren und zum anderen die eh schon dünne Skispringerdecke in Deutschland weiter beschnitten haben.

Aufgrund der Nachwuchssorgen entsteht auch wenig Druck von unten, die „Etablierten“ vom Thron zu stoßen.

Wenn zwei Langzeitverletzte die besten Ergebnisse erzielen, dann stellt sich die Frage, was haben die anderen Profis den ganzen Sommer über gemacht?

Die ganze Mannschaft steht in Sachen Absprung oder Material deutlich hinter den anderen Nationen. Beides war einmal eine große Stärke der Deutschen.

Man darf also gespannt sein, wer denn demnächst als Feuerwehrmann präsentiert wird.