Sonntag, Juli 01, 2007

4. BR Fichtelgebirgs Nordic Walking Marathon

Fast 700 Nordic Walker und ich bei der Nordic Walking Trophy am Ochsenkopf dabei…


Samstag, der 30. Juni 5Uhr morgens, der Wecker klingelt. Oaah, das ist wirklich nur eine Zeit für frühe Vögel, aber die fangen bekanntlich den Wurm und so heißt es raus aus den Federn, denn heute geht’s ins Frankenland. Endlich einmal nicht hinter dem Tresen stehen und den Weidatal Nordic Walking Marathon (Link) organisieren, sondern aktiv mitmachen können, das muss also mein Tag werden und die Sonne blinzelt fast genauso müde durch die Wolken wie ich. Aber nach literweise Kaffee und zwei Nutellabrötchen als die optimale Vorbereitung auf mein Abenteuer geht es rein ins Auto und ab zu meinen Nordic Walking Freunden aus Weißendorf. Mit drei Bussen rollen wir von der Autobahn und schon dort weist uns die Beschilderung den rechten Weg. Im Gefreeser Ortsteil Kornbach erwarten uns die Organisatoren vom SC Gefrees in erfreulich entspannter Manier und ohne große Probleme erhalten wir die Startunterlagen. Kurz die Lage checken, Toilette suchen, um den Kaffee wieder los zu werden, Startnummer anlegen, sich über die Handschuhe als Teilnehmerpräsent gefreut und einen verschlafenen Gerd Rubenbauer auf der Bühne begrüßt. Solche Promi Highlights sind immer wieder ein Reinfall und auch diesmal kann die Aktion mit der Biathlon Olympiamedaillengewinnerin Katrin Zeller nicht wirklich rocken. Aber was solls, ohne Promi-Bonus läuft es sich eh viel entspannter und kurz vor dem Start entscheide ich mich dann doch gegen ein erstes Weizenbier (alkoholfrei natürlich) und für die kurze Kleidung. Auch wenn am Himmel dunkle Wolken hängen, vertraue ich auf die Kraft meines Sportlerherzens mit fast 60% Energieverlust in Form von Wärme. Also brav in die Startmenge eingereiht und mit leichter Verspätung los gewalkt. Im hinteren Feld geht es ganz entspannt zur Sache und ich feiere den ersten gelaufenen Kilometer, nachdem ich mit dem Landrat dann doch noch in den Promistatus erhoben wurde und als Organisator der Nordic Walking Trophy vom Veranstalter fotografiert werden musste. Bloß schnell tarnen und die Landschaft genießen, taktisch klug die erste Verpflegung auslassen und im Anstieg dann die schönste Technik auflegen. Entspannt und mit einem breiten Grinsen geht es an den Nordic Sprintern vorbei, die die ersten Kilometer im Eiltempo zurückgelegt haben und nun im Fels hängen. Nur das Wetter will uns heute unbedingt duschen, aber bei 15Grad habe ich eh immer die beste Form und so ein Regen bringt höchstens das MakeUp mancher Damen, oder die Tönung mancher Herren ins Schwitzen. Außerdem legt sich der Regen bald wieder und nach einigen Waldpassagen geht es dann doch auch mal wieder auf eine Freifläche. Doch leider bleibt uns heute der Blick zum Ochsenkopf im Nebel verwehrt und so heftet sich mein Blick an die Fersen der Vorderleute. Schon seltsam, welch Technik manche Leute an den Tag legen, aber Hauptsache sie sind glücklich, wobei, je weiter man nach vorn im Feld kommt, um so bissiger werden die Teilnehmer. Da wird gejoggt und die Stöcke werden getragen, der Blick geht stur nach vorn zum nächsten „Gegner“. Hey Jungs, wir sind hier nicht bei Olympia – möchte man ihnen am liebsten zurufen, aber man soll die Passion der Menschen respektieren und so entscheide ich mich dafür, an der nächsten Verpflegungsstation ausgiebig zu frühstücken. Typisch bayerisch gibt es dann jetzt ein alkoholfreies Weißbier zur Brotzeit und ich grüße die verbissenen Stiernacken mit Stöcken freundlich von der Seite. Mit steigendem Damenanteil der „Vorbeiläufer“ fühle ich mich wieder wohler und setze im gemütlicheren Schritt meine Tour fort. Dabei denke ich mir, bloß gut, dass wir bei der Trophy eine Geschwindigkeitsobergrenze eingeführt haben, denn irgendwie ist es sicher möglich, mit mehr als 8km/h zu walken, doch was hat das dann bitteschön mit entspanntem Gesundheitssport zu tun? Aber egal, jetzt gibt’s endlich wieder lachende Gesichter und Zeit für einen kleinen Plausch. So stelle ich mir Nordic Walking als Massenevent vor. Entspannten Schrittes im Ziel eintrudeln und die Verpflegung genießen. Die leckeren Kuchen der Vereinsmitglieder ausprobieren und sich mit Bekannten über die Strecke austauschen. Alles Bestens lautet da das Fazit und mit freundlichem Stock frei verabredet man sich zum Weidatal Nordic Walking Marathon am 16. September im Thüringer Vogtland.
Da stehe ich dann wieder hinter der Theke und glaubt mir, es gibt bei der Organisation eines solchen Breitensportevents weit mehr zu tun, als der interessierte Teilnehmer sieht. Daher seid friedlich und freundlich mit allen Organisatoren dieser Welt. Wir tun das für Euch und wir tun es gern.
Die Ergebnisse und Zwischenstände gibt es unter www.nordic-walking-trophy.de!