Die Sonne lacht, die Vögel picken, das Gras wächst stetig und nichts zu ... tun. Nicht wirklich, aber einfach mal Bock auf ein paar Zeilen und dann werde ich mich auf mein Rad schwingen, um fette Kilometer für die Form (welche auch immer) zu bolzen. Die Kombinierer haben dazu ja noch ein wenig Zeit, so dass sich ein kleiner Gedankenaustausch anbietet.
Die Nordische Kombination ist ja in der Tradition des Wintersports die Königsdisziplin, doch dank veralteter Strukturen, trägen Funktionären und Ungeschick derselben, führt die Disziplin weiterhin ein Schattendasein hinter dem Langlauf und dem Skispringen.
Der Langlauf hat den Sprint erfunden, Massenstartwettbewerbe und die Tour de Ski eingeführt , im Skispringen hat man die Vier Schanzen Tournee, Skifliegen und das Nordic Tournament und die Nordische Kombination? Einen Warsteiner Grand Prix, den keiner kennt und der dann auch noch ausfällt.
Da gewinnt ein Hannu Manninen vier Mal in Folge den Gesamt Weltcup und hat schon so manches Drama bei Höhepunkten ohne Medaille erlebt. Da holt ein Ronny Ackermann überraschend zum dritten Mal in Folge den Weltmeistertitel in der Gundersen Methode. Da gibt es Franzosen und Amerikaner, die in der Weltspitze mitmischen. Was will man also eigentlich mehr? Es gibt Stars und es gibt die nötige Internationalität. Was es nicht gibt, ist eine moderne Wettkampfstruktur und professionelle Vermarktung. Da muss dringend etwas getan werden und eigentlich gehörten die sicherlich verdienten und zu ehrenden Ulrich Wehlings und Co. einfach abgesägt, aber man müsste ja die Pöstchen für sie erst wieder erfinden.
Wenn man ins deutsche Lager schaut, da haben die Trainerklausuren der vergangenen Wochen zwar eine radikale Verjüngung der Kaderstruktur gebracht, so dass auch ein Juniorenweltmeister wie Florian Schillinger keine Chance mehr in Deutschland erhält, aber an der Spitze drückt es nicht wirklich die Massen nach. Es gibt zwar dank wirklich guter Arbeit im Nachwuchsbereich eine große Zahl Kombinierer und auch hoffnungsvoller Nachwuchstalente, aber ganz oben steht weiter Ronny Ackermann, dann kommt ein Björn Kircheisen, der weiterhin an sich selber scheitert und dann kommen Überraschungsolympiasieger Georg Hettich mit einer komplett verkorksten Saison sowie Sebastian Haseney. Sicher ist es dem Trainerteam um Hermann Weinbuch und Andi Bauer gelungen, Erfolge zu den Höhepunkte zu erzielen und das zählt letztlich, aber ein Björn Kircheisen ist psychologisch, taktisch und im Lebenswandel immer noch ein kompletter Amateur und die Generierung neuer Stars wird die große Herausforderung für die Zukunft werden.
Man darf also gespannt sein und kann jetzt erst mal den Eisbecher genießen. Doch vor den Triumph haben die Götter den Schweiß gestellt, also geh ich erst mal Kilometer schrubben. Der Frühsommer lädt ja dazu ein und Schanze frei!
DW
Dienstag, Mai 01, 2007
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