Es ist fast Mai und bei frühsommerlichen Temperaturen ist mir bei einem leckeren Kaffee einfach der Sinn nach ein paar Zeilen zur vergangenen Skisprungsaison.
Wenn ich in das Skispringen der letzten Jahre schaue, dann ist der ganze Zirkus mittlerweile tatsächlich zu dem geworden, was er im alten Rom einmal war - Massenunterhaltung als Opium fürs Volk. Das hat natürlich Vor- und Nachteile, beispielhaft ist sicherlich die internationale Vermarktung des Skispringens, denn es ist ja im Kern ein schöner und faszinierender Sport, der auch die Freiheiten mit bringt, immer wieder neue Stars zu produzieren. Doch gibt es im Skispringen damit auch viel Geld zu verdienen und somit ist wieder ein gehöriger Antrieb da, zu bescheißen.
Für den interessierten Zuschauer nahezu unbemerkt (außer es werden wie in Willingen mal eben eine ganze Horde Norweger disqualifiziert), wird getrickst und getestet, dass sich die Balken biegen. Wenn man mittlerweile im Skispringen bestehen will, muss man zum Beispiel nähen können, um die Sprunganzüge ständig "zu optimieren". Da werden Anzüge gebügelt, Schnitte verändert, Startnummern manipuliert, spezielle Unterhosen getragen, Spannbänder eingenäht undundund. Ein echtes Kasperletheater und ganz weit vorn sind dabei die Ösis und die Norweger. Gott sei Dank kann man da nur sagen, dass die FIS nicht dumm ist und mit den neuen Materialregeln Schritt für Schritt diesem Quark Einhalt gebietet, denn eigentlich sollten sich die Herren mal wieder mehr auf die Kunst des Skispringens konzentrieren und nicht so viel auf irgendwelche vermeintlichen Hilfsmittelchen.
Dazu geht auch die Befürchtung im Skispringerlager um, dass man nach den Hungereskapaden der Vergangenheit nun zu kraftfördernden Mittelchen greifen könnte. Denn mit einer Anhebung des BMI auf 20,5 wird ja weiter die Position des kräftigeren Abspringers gestärkt und damit auch ein richtiges und wichtiges Signal an die Jugend gegeben. Doch wenn man daran denkt, dass auch Sportler manchmal faul sind, dann ist die Verlockung natürlich groß, dem Kraftzuwachs ein wenig nachzuhelfen, aber andererseits spielt im Skispringen dann doch wieder das Kraft-Last-Verhältnis eine Rolle und da wird es mit "Hormonkuren" schon wieder schwieriger. So bleibt am Ende der Saison dann doch auch eine Erkenntnis wirklich bestehen. Im Gegensatz zu Olympia, wo Morgenstern und Kofler sicher gute Sprünge gezeigt haben, aber eigentlich auch hätten disqualifiziert werden müssen, haben sich in dieser Saison meist die Athleten durchgesetzt, die einfach nur technisch saubere Sprünge gezeigt haben.
Da schmeckt der Kaffee und ich freue mich auf den Sommer.
Montag, April 30, 2007
Sonntag, April 29, 2007
Medaillen, Doping und ein paar Fragezeichen
Mit Tour de Ski, Vier Schanzen Tournee, Skifliegen und Weltmeisterschaften in Japan war der Winter zwar arm an Schnee, aber sicher nicht arm an Höhepunkten oder arm an Aufregern.
Da hätten wir zum Einen die Nachwirkungen des Dopingskandals im österreichischen Langlauf- und Biathlon Lager von den olympischen Spielen in Turin 2006. Genauer gesagt schwelte dieser Konflikt ja bereits seit Salt Lake City 2002, als Putzfrauen nach den Spielen im österreichischen Quartier allerhand seltsames medizinisches Gerät gefunden hatten und man sich schon die Frage stellen musste, ob man auf einer Station für Schwerstkranke unterwegs war, oder ob dies "saubere" Spitzensportler seien. Wenn man dann zurückdenkt, dass ja 1999 das Langlaufwunder in Österreich bei der Heim WM in der Ramsau stattgefunden hat und man all dies mit der Causa Maier in Verbindung bringt, dann werden die Fragezeichen noch größer. Nach den nun bekanntgewordenen Details zu den Funden in Turin kann man eigentlich nur feststellen, dass die Schluchtenjodler gnadenlos gedopt haben und auch wenn man das dort nicht gern hören möge, die ewig gleichen Stereotypen von "ich bin mir keiner Schuld bewusst", sollte man bei Seite lassen und akzeptieren, dass man Scheiße gebaut hat und von vorn beginnen.
Wobei, das mit dem Neuanfang wird wohl schwierig, wenn einer der Protagonisten (Markus Gandler) mittlerweile die Langlauf- und Biathlonfäden im Verband zusammenhält und auch für den gestrauchelten Walter Maier wieder ein trockenes Plätzchen in der Ramsau gefunden hat. Ich habe selbst mehr als 20 Wochenstunden trainiert und frage mich einfach, warum man so viel Zeit in Dinge investiert, die einen einfach nur schlecht schlafen lassen, anstatt hart zu trainieren.
Ich kenne all die ökonomischen und psychologischen Theorien, die letztlich zu dem Ergebnis führen, dass in all den Sportarten in denen es Geld zu verdienen gibt, auch immer Doping eine Rolle spielt und damit der Sportler letztlich gar nicht anders kann als anzunehmen, die anderen würden auch dopen und dann das Gleiche zu tun. Ich kapiere das Verhalten aber trotzdem nicht. Auf der einen Seite wild mit allen möglichen Mitteln zu experimentieren, die noch nicht einmal für die medizinische Anwendung zugelassen sind und damit den Kontrollen zu entgehen, sich aber im höchsten Maße gesundheitlich zu gefährden, oder auf der anderen Seite die "bekannten Mittel und Wege" mit EPO, Hormonen und Co. zu beschreiten, wobei man da ja doch immer die Angst haben muss, erwischt zu werden, oder über den Grenzwerten zu liegen. Gut, dann dopt man sich eben nur an die Grenzwerte heran, nur wie sieht es da mit dem Thema Moral, Ethik, ruhig schlafen können und Co. aus?
Du alter Moralist. Ja gut, aber Moral sei mir egal, man überlege sich doch einfach mal den Aufwand, wenn man sich nicht wie die Russen, die Österreicher oder ein Jan Ullrich irgendwann mal erwischen lassen will. Irgendwie heimlich in einem abgeschotteten und sektenähnlichen Zirkel all die medizinischen Fachkenntnisse erwerben, all das Gerät und die Mittelchen auf dem Schwarzmarkt besorgen und dann auch noch anwenden, ohne dass es jemand bemerkt.
Ich kenne Hochleistungssport und ich kenne viele Hochleistungssportler. Meine ehrliche Meinung ist, wenn man sein Training mit der gleichen Akribie und mit dem gleichen Aufwand plant und durchführt, wenn man seine Ernährung und Regeneration optimiert, wenn man im Bereich der Psyche und Taktik trainiert, dann erzielt man garantiert mehr Leistungssteigerung als mit all diesem Kram, der einen letztlich einfach nur schlecht schlafen lässt. Wer dazu natürlich zu faul ist, egal ob Trainer oder Athlet, der wird leichter zu diesen Mittelchen greifen, aber letztlich doch kein ganz Großer werden. Außer im Radsport, dort waren ja alle Großen, von Eddy Merkx über Lance Armstrong bis Jan Ullrich gedopt ;-).
Ob in anderen Nationen gedopt wird, kann keiner sagen, aber eine Meinung darf man haben und da zeigt es sich immer wieder, dass in den Weiten Russlands wohl doch auch manch illegaler Pfad betreten wird, oder dass eine Virppi Kuitunen schon 2001 mit in den Dopingskandal von Lahti verwickelt war und auch weiterhin von einem der damals gesperrten Trainer betreut wird. Persönlich glaube ich jedoch nicht, dass im deutschen Lager ähnliche "Sekten" bestehen und es bleibt zu hoffen, dass es der WADA gemeinsam mit der Justiz gelingt, die Dopingproblematik weiter einzuschränken.
Da hätten wir zum Einen die Nachwirkungen des Dopingskandals im österreichischen Langlauf- und Biathlon Lager von den olympischen Spielen in Turin 2006. Genauer gesagt schwelte dieser Konflikt ja bereits seit Salt Lake City 2002, als Putzfrauen nach den Spielen im österreichischen Quartier allerhand seltsames medizinisches Gerät gefunden hatten und man sich schon die Frage stellen musste, ob man auf einer Station für Schwerstkranke unterwegs war, oder ob dies "saubere" Spitzensportler seien. Wenn man dann zurückdenkt, dass ja 1999 das Langlaufwunder in Österreich bei der Heim WM in der Ramsau stattgefunden hat und man all dies mit der Causa Maier in Verbindung bringt, dann werden die Fragezeichen noch größer. Nach den nun bekanntgewordenen Details zu den Funden in Turin kann man eigentlich nur feststellen, dass die Schluchtenjodler gnadenlos gedopt haben und auch wenn man das dort nicht gern hören möge, die ewig gleichen Stereotypen von "ich bin mir keiner Schuld bewusst", sollte man bei Seite lassen und akzeptieren, dass man Scheiße gebaut hat und von vorn beginnen.
Wobei, das mit dem Neuanfang wird wohl schwierig, wenn einer der Protagonisten (Markus Gandler) mittlerweile die Langlauf- und Biathlonfäden im Verband zusammenhält und auch für den gestrauchelten Walter Maier wieder ein trockenes Plätzchen in der Ramsau gefunden hat. Ich habe selbst mehr als 20 Wochenstunden trainiert und frage mich einfach, warum man so viel Zeit in Dinge investiert, die einen einfach nur schlecht schlafen lassen, anstatt hart zu trainieren.
Ich kenne all die ökonomischen und psychologischen Theorien, die letztlich zu dem Ergebnis führen, dass in all den Sportarten in denen es Geld zu verdienen gibt, auch immer Doping eine Rolle spielt und damit der Sportler letztlich gar nicht anders kann als anzunehmen, die anderen würden auch dopen und dann das Gleiche zu tun. Ich kapiere das Verhalten aber trotzdem nicht. Auf der einen Seite wild mit allen möglichen Mitteln zu experimentieren, die noch nicht einmal für die medizinische Anwendung zugelassen sind und damit den Kontrollen zu entgehen, sich aber im höchsten Maße gesundheitlich zu gefährden, oder auf der anderen Seite die "bekannten Mittel und Wege" mit EPO, Hormonen und Co. zu beschreiten, wobei man da ja doch immer die Angst haben muss, erwischt zu werden, oder über den Grenzwerten zu liegen. Gut, dann dopt man sich eben nur an die Grenzwerte heran, nur wie sieht es da mit dem Thema Moral, Ethik, ruhig schlafen können und Co. aus?
Du alter Moralist. Ja gut, aber Moral sei mir egal, man überlege sich doch einfach mal den Aufwand, wenn man sich nicht wie die Russen, die Österreicher oder ein Jan Ullrich irgendwann mal erwischen lassen will. Irgendwie heimlich in einem abgeschotteten und sektenähnlichen Zirkel all die medizinischen Fachkenntnisse erwerben, all das Gerät und die Mittelchen auf dem Schwarzmarkt besorgen und dann auch noch anwenden, ohne dass es jemand bemerkt.
Ich kenne Hochleistungssport und ich kenne viele Hochleistungssportler. Meine ehrliche Meinung ist, wenn man sein Training mit der gleichen Akribie und mit dem gleichen Aufwand plant und durchführt, wenn man seine Ernährung und Regeneration optimiert, wenn man im Bereich der Psyche und Taktik trainiert, dann erzielt man garantiert mehr Leistungssteigerung als mit all diesem Kram, der einen letztlich einfach nur schlecht schlafen lässt. Wer dazu natürlich zu faul ist, egal ob Trainer oder Athlet, der wird leichter zu diesen Mittelchen greifen, aber letztlich doch kein ganz Großer werden. Außer im Radsport, dort waren ja alle Großen, von Eddy Merkx über Lance Armstrong bis Jan Ullrich gedopt ;-).
Ob in anderen Nationen gedopt wird, kann keiner sagen, aber eine Meinung darf man haben und da zeigt es sich immer wieder, dass in den Weiten Russlands wohl doch auch manch illegaler Pfad betreten wird, oder dass eine Virppi Kuitunen schon 2001 mit in den Dopingskandal von Lahti verwickelt war und auch weiterhin von einem der damals gesperrten Trainer betreut wird. Persönlich glaube ich jedoch nicht, dass im deutschen Lager ähnliche "Sekten" bestehen und es bleibt zu hoffen, dass es der WADA gemeinsam mit der Justiz gelingt, die Dopingproblematik weiter einzuschränken.
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