Jede PR ist gute PR, aber manchmal muss man auch sagen, wenn jemand Schrott erzählt.
Da kommt doch so ein Redakteur daher und schreibt einen wirklich unterhaltsamen Artikel über so manchen nordic walkenden Zeitgenossen. Ich mag ja Satire und Ironie, aber bitte nicht am Thema vorbei. Die Frau Schulte-Döninghaus meint gar treffend:
"Die Angststarre bemächtigte sich auch unserer Leiber; wir suchten Stützen und Halt und (er)fanden das „Nordic Walking“.
Kein Park, nirgends, dessen sich nicht, stickeldi, stöckeldi, wildentschlossene Spießläufer bemächtigten, Hunde, Kinder und Liebespaare verscheuchend. Kein Spazierweg, über den es nicht klickte bzw. klackte und auf dem sich nicht ahnungslose Flaneure jäh eingekeilt sahen von keuchenden Marschformationen in Stechschritt-Orgien, ihre Stöcke wie Speere vor dem Bauchansatz präsentierend. Dabei schauten sie hochnäsig und in grimmiger Verbissenheit, als ginge es um den Weltgeist und nicht einfach darum, ein paar Pfunde wegzustechen.
Vermutlich ärgert sich die Besenstiel-Industrie kreuzweise, dass nicht sie damals, absatzfördernd, den Zeitgeist bei der Bürste packte und einen Fitness-Boom namens „Nordic Brooming“ erfand."
Doch dann kommt so langsam der Irrtum ins Spiel:
"In Wahrheit handelt es sich darum, den natürlichen Bewegungstrieb zwischen Kopf, Beinen, Armen und Augen so zu verwirren, dass es zum Straucheln und zum freien Fall kommt." Man trage die Stöcke im Kreuz und wieso müsse man das Laufen in einem Kurs erlernen?
Genau da liegt das Problem, unsere Gesellschaft besteht aus motorischen Deppen und Kinder können kaum mehr einen Purzelbaum. Will man einer erwachsenen Handelsblatt Autorin jedoch etwas über Bewegungsfertigkeiten erzählen, zieht sie sich wahrscheinlich lieber hinter die Tastatur zurück und hofft darauf, dass irgendwann der Rollstuhl für Bewegung sorgt.
"Warum laufen die nicht? Angeblich soll das „Nordic Walking“ gesundheitsfördernder sein als Radfahren, Schwimmen und Laufen zusammen. Durch den Stockeinsatz, heißt es, werde auch die Oberkörpermuskulatur kräftig mittrainiert, der Halteapparat gestärkt und dabei würden zwischen 350 und 450 Kalorien pro Stunde verbrannt. Dafür braucht es aber nicht unbedingt zwo Stöcke. Ein paar Liegestützen und Kniebeugen tun’s auch, damit Deutschland endlich nicht mehr am Stock gehen muss. "
Ein paar einfache Fragen:
Ja wie viel laufen Sie denn pro Tag?
Wie gesund ist es für die Gelenke mit 20kg Übergewicht zu joggen?
Wie viele Liegestütze und Kniebeuge macht Frau Schulte irgendwas pro Tag? Womöglich noch im stickigen Büro??? Entspannung pur.
Mehr als 50% der Deutschen sind zu dick und ein paar Kniebeuge sollen helfen??? Nimm den Stock aus dem Arsch, zieh die Turnschuhe an und beweg Dich!
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