Man kann zum Glück sagen, dass die Ergebnisse vom Wochenende die richtige Antwort von Evi Sachenbacher-Stehle auf die anhaltende Diskussion um Ihre Hämoglobinkonzentration gewesen sind. Das Wettkampfwochenende bewies damit ebenfalls eindrucksvoll die Richtigkeit der DSV-Entscheidung mit einem finnischen Trainer sowie einer weiteren Spezialisierung in der Nationalmannschaft zu versuchen, den Anschluss an die Weltspitze im Sprint zu schaffen.
Nervig bleibt trotzdem das Gezerre um die Ausnahmegenehmigungen und ein Verdacht gegenüber den Athleten sowie der Sportart insgesamt bleibt außerdem. Bei der Belastungsstudie kamen für Evi keine auffälligen Werte heraus, die die Schutzsperre aufgrund einer zu hohen Hämoglobin-Konzentration vor den Olympischen Spielen in Turin hätten erklären können. Richtig ungewöhnlich sind diese Werte auch schon deshalb, weil sie als weibliche Athletin doch eher niedrigere Werte aufweist und diese auch just vor Olympia nach oben schnellten.
Da bleiben einige Fragen offen, auch wenn man mittlerweile sagt, dass bei ihr die Anpassungen erst nach längeren Höhenaufenthalten von mehr als 3 Wochen eintreten und nicht bei einer kürzeren Dauer wie dies bei der Belastungsstudie überprüft wurde. Die Pressemeldung des DSV in diesem Zusammenhang bei Frau Sachenbacher-Stehle in Zukunft auf Höhenaufenthalte zu verzichten, ist letztlich auch nur Mediengewitter, denn unter ärztlicher Kontrolle und guter Hydration sollten trotz Höhenaufenthalt keine „gefährlichen“ Werte entstehen. Dazu dient ja letztlich auch die Schutzsperre, denn zu hohe Hämoglobinkonzentrationen bergen nicht unerhebliche gesundheitliche Risiken für die Athleten und eine ärztliche Kontrolle sollte man im Spitzensport bei Höhenaufenthalten auch erwarten dürfen.
Letztlich bleibt es ein Fischen in trüben Gewässern und ein wenig kenn ich den deutschen Langlaufsport sowie die Protagonisten auch, so dass ich mir dort Doping nur schwer vorstellen kann.
Ungewöhnlich bleiben die Werte dennoch und deshalb hilft hier nur der Appell an die Verbände und die Wissenschaft mit Hilfe neuer Testverfahren und mit Hilfe eines athletenspezifischen Blutpasses für entsprechende Transparenz zu sorgen. Dies hilft der Sportart und was man unbedingt herausstellen sollte, es liegt im Interesse der Athleten und im Gegensatz zu Nationen wie Österreich oder Norwegen, zeigten sich die deutschen Langläufer in dieser Hinsicht äußerst kooperativ und fordern auch vehement entsprechende Regularien ein, um schlichtweg für Transparenz zu sorgen und zu zeigen, dass das „deutsche Langlaufwunder“ auf gutem Training und gutem Material beruht.
Zumindest bin ich fest davon überzeugt, dass auch ohne Doping Höchstleistungen in Ausdauerdisziplinen möglich sind, dafür bin ich Trainer geworden.
Hang Loose
DW

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen