Montag, Oktober 30, 2006

Evi und die Detektive

Man kann zum Glück sagen, dass die Ergebnisse vom Wochenende die richtige Antwort von Evi Sachenbacher-Stehle auf die anhaltende Diskussion um Ihre Hämoglobinkonzentration gewesen sind. Das Wettkampfwochenende bewies damit ebenfalls eindrucksvoll die Richtigkeit der DSV-Entscheidung mit einem finnischen Trainer sowie einer weiteren Spezialisierung in der Nationalmannschaft zu versuchen, den Anschluss an die Weltspitze im Sprint zu schaffen.

Nervig bleibt trotzdem das Gezerre um die Ausnahmegenehmigungen und ein Verdacht gegenüber den Athleten sowie der Sportart insgesamt bleibt außerdem. Bei der Belastungsstudie kamen für Evi keine auffälligen Werte heraus, die die Schutzsperre aufgrund einer zu hohen Hämoglobin-Konzentration vor den Olympischen Spielen in Turin hätten erklären können. Richtig ungewöhnlich sind diese Werte auch schon deshalb, weil sie als weibliche Athletin doch eher niedrigere Werte aufweist und diese auch just vor Olympia nach oben schnellten.

Da bleiben einige Fragen offen, auch wenn man mittlerweile sagt, dass bei ihr die Anpassungen erst nach längeren Höhenaufenthalten von mehr als 3 Wochen eintreten und nicht bei einer kürzeren Dauer wie dies bei der Belastungsstudie überprüft wurde. Die Pressemeldung des DSV in diesem Zusammenhang bei Frau Sachenbacher-Stehle in Zukunft auf Höhenaufenthalte zu verzichten, ist letztlich auch nur Mediengewitter, denn unter ärztlicher Kontrolle und guter Hydration sollten trotz Höhenaufenthalt keine „gefährlichen“ Werte entstehen. Dazu dient ja letztlich auch die Schutzsperre, denn zu hohe Hämoglobinkonzentrationen bergen nicht unerhebliche gesundheitliche Risiken für die Athleten und eine ärztliche Kontrolle sollte man im Spitzensport bei Höhenaufenthalten auch erwarten dürfen.

Letztlich bleibt es ein Fischen in trüben Gewässern und ein wenig kenn ich den deutschen Langlaufsport sowie die Protagonisten auch, so dass ich mir dort Doping nur schwer vorstellen kann.

Ungewöhnlich bleiben die Werte dennoch und deshalb hilft hier nur der Appell an die Verbände und die Wissenschaft mit Hilfe neuer Testverfahren und mit Hilfe eines athletenspezifischen Blutpasses für entsprechende Transparenz zu sorgen. Dies hilft der Sportart und was man unbedingt herausstellen sollte, es liegt im Interesse der Athleten und im Gegensatz zu Nationen wie Österreich oder Norwegen, zeigten sich die deutschen Langläufer in dieser Hinsicht äußerst kooperativ und fordern auch vehement entsprechende Regularien ein, um schlichtweg für Transparenz zu sorgen und zu zeigen, dass das „deutsche Langlaufwunder“ auf gutem Training und gutem Material beruht.

Zumindest bin ich fest davon überzeugt, dass auch ohne Doping Höchstleistungen in Ausdauerdisziplinen möglich sind, dafür bin ich Trainer geworden.

 

Hang Loose

 

DW

 

Samstag, Oktober 28, 2006

Schnee am Rhein - Sinn und Unsinn eines Medienspektakels

Zum fünften Mal startet der Langlauf Weltcup in Düsseldorf in die Saison und vier Mal hieß der Sieger bislang Larsson aus Schweden und viel Mal waren die deutschen Starter chancenlos. Nur diesmal nicht, da der Schwede im Viertelfinale stürzte und damit chancenlos blieb sowie die Deutschen mit der neuen Sprintgruppe um den finnischen Trainer offensichtlich auf einem guten Weg sind.

Vier Mal zog das Spektakel hunderttausende Menschen an die Banden und doch bleibt fraglich, ob damit auch nur ein neuer deutscher Langlauf-Star gewonnen werden kann. Der Ski Langlauf im Rheinland ist sicher ein Medienereignis und im Ruhrgebiet mit Millionen von Einwohnern wird man wie beim Biathlon auf Schalke auch stets Unmengen an Zuschauern und damit eine gute Stimmung erhalten, doch wohl kaum einer wird deshalb seine Kinder zukünftig zum Ski Langlaufen anstatt zu Borussia Dortmund und Co. schicken.

Nicht nur aus Sicht der Athleten und Trainer ist der Termin in Düsseldorf zudem ein wenig früh im Jahr im Rahmen der Saisonvorbereitung, sondern auch die Fernsehstationen haben dankend abgewunken, das von der FIS eigentlich geforderte Live-Signal zu senden, so dass letztlich der WDR als drittes Programm die Ausstrahlung übernahm und auch nach Ansicht der FIS ist der Termin in Düsseldorf ein wenig früh in der Saison.

Man wird also davon ausgehen können, dass sich zumindest der Termin für den Auftakt im kommenden Jahr verschieben wird und aus Sicht der Nachwuchsgewinnung im DSV sollte man eher auf Städte wie München, Freiburg, Stuttgart, Erfurt und Dresden setzen, wobei München ja bereits für die Tour de Ski berücksichtigt wurde und die anderen Städte sicher kleiner und unbekannter, aber eben auch skisportnäher sind. Interessant und absolut begrüßenswert ist der Ansatz eines Nachwuchsrennens im Rahmen des Weltcups, zu dem der beste Langläufer aller Zeiten, Björn Dählie aus Norwegen, die Schirmherrschaft übernommen hat. In Skandinavien nehmen an solchen Rennen mehrere tausend Kids teil und zum Beispiel am Holmenkollen gibt es dafür eigene Events mit gigantischen Teilnehmerfeldern. Damit kann man die Kinder ganz nah ran bringen an die Faszination einer Sportart und gibt die beste Motivation für Training und Wettkampf. Solche „Rahmenwettkämpfe“ sollte man also zukünftig häufiger anbieten.

Hang Loose

DW

Dienstag, Oktober 24, 2006

Das Wort zum Dienstag

Mittlerweile bin ich ja recht wohlbehalten aus Freiburg zurückgekehrt, wenn man mal davon absieht, dass mich die Seuche erwischt hat und ich mich mit nem grippalen Infekt rumärgere, aber der hat keine Chance gegen mein Immunsystem. Der Kursbetrieb bei herbstlichen Wetterbedingungen ist auch nicht immer einfach und am Wochenende haben wir zu Informations- sowie Werbezwecken am traditionellen Kernberglauf in Jena teilgenommen. Es war immerhin die 30. Auflage und im Normalfall erwartet man da ne große Party, aber irgendwie war der Wettkampf alles andere als das. Stimmung, Ambiente, Rahmenprogramm, Moderation und Musik Fehlanzeige. Für 8 Euro Startgeld gab es eine normale Verpflegung unterwegs, aber wenig Versorgung im Ziel und man hätte sich für 15 Euro ein Finisher Shirt selbst kaufen sollen, aber irgendwie war mir das für einen Putzlappen zu teuer. Die Streckenführung ist bekannt und letztlich Geschmackssache, die Zeitmessung hat wieder einmal nicht funktioniert, so dass es auch mit den Urkunden und Co. nichts wurde und ich irgendwie nicht verstehen kann, was an diesem Lauf so toll sein soll. Da lobe ich mir doch den Weidatal Marathon.

Gerade im Auto sitzend rüttelt draußen ein kräftiger Herbststurm am Wagen und will mir erzählen, dass der Sommer vorbei ist. Ich glaube ihm das ja auch, denn am Wochenende haben wir auch unseren Teich abgefischt und ne Runde im Schlamm gewühlt. Also Karpfen gefangen, Bier getrunken, dummen Mist erzählt und all die Sachen, die Männer unter sich eben so machen. Gehört aber einfach traditionell dazu und macht auch mal Laune, denn es gibt zwei Dinge, die riechen nach Fisch, aber nur eins kann man essen ;-). Zusätzlich habe ich dann auch gleich noch Strecken erkundet für unsere Marathons im nächsten Jahr und bin richtig gut fündig geworden. Rund um die Talsperre gibt es herrliche Möglichkeiten einer anspruchsvollen und aussichtsreichen Streckenführung für unsere Mountainbiker, Läufer, Nordic Walker, Walker und Wanderer im Juli und September 2007. Aber dazu später mehr. Jetzt muss ich zu meinem Termin mit Bad Brambacher Mineralquellen, denn es geht ja um die Streckenversorgung bei den Events im kommenden Jahr.

 

Hang loose

 

DW

 

www.walkingparks.de – Nordic Fitness Zentren in Deutschland!

 

 

News, Termine und Berichte zu Nordic Fitness unter www.nordic-web.de – Die Nr. 1 im Web!

 

Mittwoch, Oktober 18, 2006

Lehrgang des A-Kader Skisprung in Hinterzarten

Übers Wochenende gab es die A-Trainer Ausbildung in Freiburg im Breisgau mit Ausflügen in die Biomechanik, die Sportpsychologie und in Lerntheorien. Dabei habe ich auch gleich meine Schanzenpremiere als Trainer gefeiert und den Skisprungnachwuchs Baden Württembergs für ein paar Minuten begleitet. War richtig cool und den Kids hat es sichtlich Spaß gemacht.

Zudem hatten wir auch die Möglichkeit, biomechanische Messungen an der Schanze bei den besten Springern der Republik vorzunehmen, denn der komplette A-, B- und C-Kader der Skispringer war in Hinterzarten vor Ort. Das heißt wir haben uns die Winkelverläufe in der Anfahrt, im Absprung und im Flug von Martin Schmitt und Co. angeschaut, haben Peter Rohwein und Henry Glaß bei der Arbeit ebenso über die Schulter geschaut wie den österreichischen Trainern Heinz Kuttin und Stefan Horngacher.

Am Montag haben wir dann die Analysen selbst erstellt und sind noch einen Schritt weiter gegangen, denn wir haben ergänzend dazu Aufnahmen aus anderen Perspektiven gewählt und dann versucht, Zusammenhänge zwischen den biomechanischen Messungen und unseren Bildern herzustellen, denn wenn zum Beispiel eine Kraftverlaufskurve zeigt, dass der Springer X etwas stärker mit dem rechten Bein wegspringt, dann sollte sich dies auch in dessen Absprung- und Flugverhalten, vor allen Dingen in Bezug auf die Symmetrie auswirken. Die Ergebnisse sind aber streng geheim und da es sich ja um persönliche Daten der Sportler handelt, darf ich diese auch nicht weitergeben. Nur so viel, es wird hart gearbeitet.

Bei einer Halleneinheit mit Schnellkraft- und Schnelligkeitstraining der DSV-Athleten waren wir auch dabei und dann habe ich noch einen schönen Nachmittag in Freiburg verbracht, nachdem ich die letzten Nächte wieder einmal bis 4 Uhr vor dem Rechner saß, um die Internetgemeinde mit meinen Projekten zu überfluten. Also mit viel Sonne im Gepäck, kleinen Augen und schwerer Reisetasche sitze ich jetzt hier im Zug von Frankfurt nach Jena und freue mich auf mein Bett nach meiner Ankunft um hoffentlich 22.15Uhr. Aber mit den Sparpreisen der Bahn ist es echt gut mit der Bahn zu reisen, wenn man rechtzeitig bucht, denn ich bin gerade einmal 5 Stunden und 20 Minuten unterwegs und zahle für Hin- und Rückfahrt nur etwas mehr als 90 €. Mit dem Auto wäre es kaum schneller gegangen, ich hätte den Fahrstress gehabt und Geld hätte ich auch nicht gespart. So sitze ich hier und blogge mal drauf los.

Morgen dann wieder E-Mail-Terror im Büro und der ganz normale Wahnsinn bei dem Versuch, sich eine Existenz im Sport aufzubauen.

 

Hang Loose

Sonntag, Oktober 15, 2006

Dinge, die die Welt nicht braucht

Dinge, die die Welt nicht braucht

 

Manchmal fragt man sich, wozu Produktmanager in Unternehmen existieren. Oder brauchen Sie einen Stock von Exel für mehr als 300 Euro? Wie wäre es mit einer Partnervermittlung und Single Treff für Nordic Walker unter www.singlewalk.de? Kennen Sie schon das Nordic Walking Bier oder die Uhr für den Stock?

 

Brauchen Sie auch nicht, außer Sie wollen Geld verbrennen.

Kommentar im Handelsblatt zu Nordic Walking

Jede PR ist gute PR, aber manchmal muss man auch sagen, wenn jemand Schrott erzählt.
Da kommt doch so ein Redakteur daher und schreibt einen wirklich unterhaltsamen Artikel über so manchen nordic walkenden Zeitgenossen. Ich mag ja Satire und Ironie, aber bitte nicht am Thema vorbei. Die Frau Schulte-Döninghaus meint gar treffend:
"Die Angststarre bemächtigte sich auch unserer Leiber; wir suchten Stützen und Halt und (er)fanden das „Nordic Walking“.
Kein Park, nirgends, dessen sich nicht, stickeldi, stöckeldi, wildentschlossene Spießläufer bemächtigten, Hunde, Kinder und Liebespaare verscheuchend. Kein Spazierweg, über den es nicht klickte bzw. klackte und auf dem sich nicht ahnungslose Flaneure jäh eingekeilt sahen von keuchenden Marschformationen in Stechschritt-Orgien, ihre Stöcke wie Speere vor dem Bauchansatz präsentierend. Dabei schauten sie hochnäsig und in grimmiger Verbissenheit, als ginge es um den Weltgeist und nicht einfach darum, ein paar Pfunde wegzustechen.
Vermutlich ärgert sich die Besenstiel-Industrie kreuzweise, dass nicht sie damals, absatzfördernd, den Zeitgeist bei der Bürste packte und einen Fitness-Boom namens „Nordic Brooming“ erfand."

Doch dann kommt so langsam der Irrtum ins Spiel:
"In Wahrheit handelt es sich darum, den natürlichen Bewegungstrieb zwischen Kopf, Beinen, Armen und Augen so zu verwirren, dass es zum Straucheln und zum freien Fall kommt." Man trage die Stöcke im Kreuz und wieso müsse man das Laufen in einem Kurs erlernen?

Genau da liegt das Problem, unsere Gesellschaft besteht aus motorischen Deppen und Kinder können kaum mehr einen Purzelbaum. Will man einer erwachsenen Handelsblatt Autorin jedoch etwas über Bewegungsfertigkeiten erzählen, zieht sie sich wahrscheinlich lieber hinter die Tastatur zurück und hofft darauf, dass irgendwann der Rollstuhl für Bewegung sorgt.

"Warum laufen die nicht? Angeblich soll das „Nordic Walking“ gesundheitsfördernder sein als Radfahren, Schwimmen und Laufen zusammen. Durch den Stockeinsatz, heißt es, werde auch die Oberkörpermuskulatur kräftig mittrainiert, der Halteapparat gestärkt und dabei würden zwischen 350 und 450 Kalorien pro Stunde verbrannt. Dafür braucht es aber nicht unbedingt zwo Stöcke. Ein paar Liegestützen und Kniebeugen tun’s auch, damit Deutschland endlich nicht mehr am Stock gehen muss. "

Ein paar einfache Fragen:
Ja wie viel laufen Sie denn pro Tag?
Wie gesund ist es für die Gelenke mit 20kg Übergewicht zu joggen?
Wie viele Liegestütze und Kniebeuge macht Frau Schulte irgendwas pro Tag? Womöglich noch im stickigen Büro??? Entspannung pur.

Mehr als 50% der Deutschen sind zu dick und ein paar Kniebeuge sollen helfen??? Nimm den Stock aus dem Arsch, zieh die Turnschuhe an und beweg Dich!

Start

Hallo zusammen,

aktuell bin ich zur Trainerausbildung im schönen Freiburg, es ist fast 2 Uhr morgens und meine Blog-Premiere startet mit den ersten Zeilen. So Gott will, wird dies mein neues Hobby und ihr erfahrt regelmäßig ein wenig skurriles, manchmal interessantes und meistens nebensächliches aus meiner Welt.

Heute war ich beim Sprungtraining der A-Mannschaft um Martin Schmitt, Michael Uhrmann und Co., technisch befinden sich die Athleten auf einem guten Niveau, allerdings fehlt aus meiner Sicht der Bumms am Absprung und auch die Analysen mit den Kraftmessplatten in Hinterzarten haben dies mit den Treibhöhenwerten bestätigt. Man kann nur für alle Fans hoffen, dass die Saisonvorbereitung gut wird.

Hang loose

Here I am