Freitag, Dezember 29, 2006

The Mission – Oh happy Day

My Way to Coolman Wintertriathlon in Freudenstadt / Kniebis

Was für ein schöner Muskelkater, ich wusste doch, dass Intervalle immer gut sind, um einen so richtig an die Grenzen zu führen. Hochmotiviert vom Weltcupwochenende am Rhein bin ich direkt vom Fernseher auf die Laufstrecke abgebogen und habe mit den Herbststürmen gekämpft. Bei Rückenwind fühlte ich mich wie Haile Gebrselassie („oder so ähnlich“, jedenfalls Weltrekordler und Olympiasieger,… nicht nur über die 10000m und jetziger Marathoni), sah aber nicht ganz so braun aus und dann kam ja auch noch der Gegenwind.
Da fühlte ich mich eher in der Herbstdepression angekommen und im Schnitt war das Ganze nicht sonderlich geschmeidig. Nachdem ich festgestellt hatte, dass die früheren Zeiten, in denen man locker im 5er Schnitt und fast locker im 4er Schnitt durch die Gegend gepirscht ist, vorbei sind, nehme ich erst gar kein GPS-Gerät mit, um die Motivation nicht vollends in den Keller zu fahren.
Hinterher gab es für die Endorphine gleich noch die „perfekte“ Sporternährung mit Eis essen in der Stadt und da ich ja auf Diät bin (2kg habe ich schon abgenommen und 2kg sollten es noch werden), habe ich mich ganz vorbildlich für die normale Portion entschieden, obwohl mich der XXL-Becher nach meinem XXL-Training schon gereizt hätte.
Apropos (wieder so ein „oder so ähnlich“) Diät – nachdem bei mir ja nun die fetten Sportlerjahre mit futtern ohne Ende und null Gramm Gewichtszunahme leider vorbei sind, ich aber immer noch ein leidenschaftlicher Esser bin und mein Körper bei leckerem Essen kein Sättigungsgefühl kennt, stecke ich ganz schön in der Zwickmühle. Denn dummerweise gerade zu Zeiten der Bikini-Figur neige ich dazu mit schöner Regelmäßigkeit ein paar Pfund drauf zu packen und das Six-Pack hinter Six-Rolls zu verstecken. Also ist es mein größtes Ziel, das Gesetz der Serie niemals eintreten zu lassen und mich gegen den Trend zum Waschbär zu stemmen, das heißt in jedem Jahr eben nicht nur älter, sondern auch ein Kilo schwerer zu werden.
Wisst Ihr eigentlich, wie gemein das ist? Um ein Kilo pro Jahr drauf zu legen reicht es schon aus, jeden Tag die lächerliche Menge von 3 Stückchen (nicht Riegel) Schokolade über dem eigenen Bedarf zu futtern. Das würde mir normalerweise nicht mal auffallen, wenn ich drei Stückchen Schoki esse, aber es reicht schon aus, um unweigerlich fett zu werden.
So siehts aus und auf Dauer will ich einfach nicht die magische Grenze von 80kg überschreiten. Dabei habe ich jetzt auch wirklich alle Tricks einfließen lassen, um meinen BMI schön zu rechnen. Nach einer ausgiebigen Nachtruhe und dem Stoßgebet am Abend, meine Zwischenwirbelscheiben mögen sich maximal mit Wasser voll saugen, bin ich stolz aufgerichtet am nächsten Morgen direkt zur Messschiene gelaufen und siehe da, der DW ist ein ganz schön großes Kerlchen.
Entgegen bisherigen Annahmen bringe ich es auf stolze 188,5cm Körperhöhe, was mir natürlich richtig viel hilft, um beim BMI noch ein wenig mehr zu glänzen und meinen Gegnern am Start des Coolman sicherlich das Fürchten lehrt, denn ich kämpfe mit harten Bandagen.
Jungs, zieht Euch warm an! (es wird Winter)

Hang Loose

DW

Mittwoch, Dezember 20, 2006

Skispringen – Fazit nach der ersten Periode im Weltcup

Von der jugendlichen Leichtigkeit des Siegens und Fliegens bis hin zur urdeutschen Miesmacherei – Auf der Suche nach Schuldigen für die Misere im Skispringen sind wir beim Wetter fündig geworden…


Achtung – Es wird Weihnachten! Auch wenn man das angesichts grüner Wiesen allenthalben kaum wahrhaben will, aber die erste Periode in der Weltcupsaison 2006/2007 ist Geschichte. Je nachdem mit welcher nationalen Brille man diese Geschichte betrachtet, fällt das Kapitel unterschiedlich düster aus. Nimmt man die amerikanische Brille, dann gibt es da gar nichts zu sehen, denn das Land mit den meisten Dicken und der großen Sportbegeisterung hat nicht viel übrig for that crazy skijumpers. Gerade so, dass man in diesem Jahr das Budget für einen Trainer zusammenkratzen konnte und außer den US-Boys gibt es auf dem Kontinent der Indianer kaum Skispringer zu vermelden.
Nimmt man den kommenden WM-Gastgeber Japan, so ist die einstige Skisprungnation aus dem Land der aufgehenden Sonne derzeit wohl eher dem Sonnenuntergang sehr nahe, denn kaum ein mal kann sich ein Athlet der Nippon-Air für den zweiten Durchgang qualifizieren. Da wird es wohl schwer mit Medaillen im Februar zur nordischen Ski WM in Sapporo.
Skisprungtechnisch spielt also derzeit die Musik eindeutig in good old europe, lässt man mal die Südkoreaner bei Seite, die seit Jahren vom Thüringer Hans Georg Aschenbach trainiert werden und immer zwischen den Welten des Continentalcups und des Weltcups pendeln sowie hier und da mal ein Ausrufezeichen setzen.
Wer waren nun die Protagonisten? Ganz eindeutig Simon Ammann, Gregor Schlierenzauer und Anders Jacobsen. Der Simmi hat es mit Geduld geschafft, nach seinem überraschenden Olympiasieg in Salt Lake City sich doch noch einmal als ein echter Könner dieses Sports zu präsentieren und trägt derzeit zurecht das gelbe Trikot des Weltcupführenden. Doch so richtig geil sind die jungen Draufgänger.
Zum Auftakt in Kuusamo hatte man wieder mal vergessen den Wind abzuschalten und trotzdem flog der junge Finne Arttu Lappi zu seinem ersten Weltcupsieg. Mehr hatten die Finnen aber bislang auch nicht anzubieten, doch man kann eindeutig sehen, dass ein Janne Ahonen und seine Teamkameraden so langsam wieder in Schuss kommen, so dass man sicher nicht zur Tournee, aber ganz bestimmt zur WM mit den Finnen rechnen muss.
Bei den Norwegern sieht es eigentlich ähnlich aus. Da gibt es die Megagranate Anders Jacobsen, der noch im vorigen Jahr als Klempner gearbeitet hat und in Engelberg seinen ersten Weltcupsieg feierte, doch dahinter brauchen die arrivierten Stars der Szene noch ein paar Sprünge, um so richtig in Form zu sein. Aber man darf sicher davon ausgehen, dass der „Hexenmeister“ Mika Kojonkovski die Norges noch gehörig auf Trab bringen wird.
Absolut beeindruckend ist seit Jahren der österreichische Skisprungsport, die mit Gregor Schlierenzauer den derzeit überragenden Mann (wobei Junge ob seiner 16 Jahre besser wäre) der Szene in ihren Reihen haben, der aus 4 Weltcupstarts mal eben 2 Weltcupsiege und 2 Podiumsränge holte. Das hat in der Geschichte des Skispringens bislang keiner geschafft und darüber hinaus ist es wunderbar anzusehen, in welcher Breite die Austria-Air in der Weltspitze vertreten ist. Dabei haben die „alten Hasen“ um Andreas Widhölzl, der seinen Sprungstil umgeschmissen hat und Martin Höllwarth mächtig zu tun, um den Youngsters überhaupt hinterher zu kommen.
Und Wo ist Deutschland?
Gute Frage. Die Antwort lautet wohl irgendwo im nirgendwo, denn Siegspringer sind derzeit keine in Aussicht. Die Nachwuchsarbeit wurde im Gegensatz zu den Österreichern seit Jahren vernachlässigt und die Medienlandschaft prügelt fleißig auf die Nationalspringer ein. Kein Wunder also, wenn die Herren Uhrmann, Späth und Schmitt geduckt wie Prügelknaben durch die Landschaft wandeln und schlaue Ratschläge von Ehemaligen helfen ihnen da auch nicht weiter.
Was qualifiziert eigentlich die Herren Weißflog und Thoma zu ihrer lauthalsen Kritik? Sie waren einmal Athleten, erfolgreich noch dazu, aber das Skispringen ist seither komplett verändert, die Leistungsdichte hat extrem zugenommen und eine Qualifikation als Trainer können beide nicht vorweisen. Glaubt man wirklich, dass man mit den Methoden ihrer Trainer, also von vorgestern, aus den jetzigen Athleten Siegspringer von morgen machen kann? Es ist zwar bald Weihnachten, aber der Wunsch geht nicht in Erfüllung.
Fakt ist, Michael Uhrmann war Juniorenweltmeister, im letzten Jahr einer der Tourneefavoriten und damit schon öfters knapp vor seinem absoluten Durchbruch. Martin Schmitt kennt jeder und auch ein Georg Späth besitzt Potentiale. Was ihnen allen fehlt ist sicher ein gewisser Umfang an verbesserter Trainingsarbeit, aber vor allen Dingen der Spaß und die Leichtigkeit bei der Sache, die den jungen Überfliegern eigen ist. Wenn man die deutschen Adler von Mikrofon zu Mikrofon kriechen sieht, dann glaubt man, sie müssten die Last der Welt tragen. Dabei dürfen sie dem schönsten Hobby der Welt beruflich nachgehen und wir bezahlen auch noch Geld dafür, ihnen dabei zu zu schauen.
Also nehmt mal den Stock aus dem Kreuz und lasst es laufen – Die Tournee kommt bestimmt, egal ob es nun noch schneit oder nicht und damit bieten sich neue Chancen für Heldentaten und schöne Flüge. Wir dürfen gespannt sein, wer sich diesmal den Sieg bei der Vier Schanzen Tournee holen wird und bis dahin futtern wir noch ein paar Plätzchen und genießen noch einmal die schönsten Flüge der bisherigen Saison als Videos auf www.nordic-web.de !

Frohe Weihnachten!

Donnerstag, Dezember 14, 2006

The Mission - kalte Füße auf dem Rad

Jetzt ist es wahr, ich habe einen gnadenlosen ersten Trainingsblock gefahren, indem ich eine Stunde Skirollern war und noch 2,5 Stunden Rad fahren sowie eine Stunde laufen. Das Alles nicht an einem Tag, NEIN, an drei Tagen!!!

RESPEKT – Ich glaub ich spür schon, wie die Form kommt, oder auch nur der Muskelkater, also erst mal Pause machen und nen Artikel schreiben und die Waage anbrüllen. Jedenfalls habe ich beim Anblick der Sonne am Samstagmorgen ganz spontan und flexibel, wie man ja als jung-dynamisch-erfolgloser Existenzgründer sein sollte, umdisponiert und eine Radeinheit eingebaut, denn man weiß ja nie, wann der erste Schneesturm durch Jena peitscht (wahrscheinlich Ende Januar, wenn schon Alles vorbei ist).

Also rauf aufs knallgelbe Rennrad, warm eingepackt und losgedrückt. Dumm nur, dass ich dabei zwar alle wichtigen Körperteile des Mannes gut verpackt und gepolstert habe, nur bei den Füßen irgendwie immer noch in besten Triathlonzeiten hängen geblieben war, denn nach ca. einer Stunden kam so ein Kälteschmerz in meinem Hirn an und ich stellte fest, dass ich barfuss in meine harten Radschuhe gestiegen war. Was uns nicht tötet, macht uns härter, doch leider hatte sich auch die Sonne mittlerweile in wärmere Gefilde verpisst und wortgemäß musste es, da ja auch Weltcupwochenende in Düsseldorf war, alsbald anfangen zu pieseln, so dass aus meiner Schönwetterfahrt irgendwie ein hartes Stück Überlebenstraining wurde und ich froh war, zwischendurch auf meinem ebenso knochenharten PowerBar rumkauen zu dürfen, um mich warm zu klappern und mich darüber zu freuen, dass Banane noch nie mein Lieblingsgeschmack war.

Zu Hause war ich dann aber ganz der alte Modellathlet und habe das Fahrrad erstmal liebevoll geputzt, denn immerhin bin ich diesmal ohne Sturz nach Hause gekommen und unterwegs sind mir auch die absolut geheimen Monstereinheiten für den formidablen Formaufbau eingefallen. Nachdem dies also ausreichend gewürdigt wurde und auch die heiße Dusche meine Füße wieder erwärmt hatte, ging es sogleich an die perfekte Sporternährung mit Döner komplett und Schokolade. Damit gelingt die Regeneration garantiert und der Lauf mit einminütigen Anstiegsintervallen am kommenden Tag wird ein Leichtes sein.

Leider bin nur ich noch nicht ganz so leicht wie ein Bergfloh, so dass ich für den Außenstehenden wohl doch eher mühsam den Berg hinauf kroch, als denn flog, aber der Wille zählt und Schmerz vergeht, Ruhm besteht. So sehe ich positiv nach vorne und such gleich noch einen Schokoosterhasen zum Verputzen.

 

Hang Loose

 

DW

 

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Dienstag, Dezember 05, 2006

DSV Lehrgang am Dachstein - sonnige Aussichten auf zu wenig Schnee, aber Langlauf in Filzmoos möglich

Da isser wieder der DW aus dem Schnee. Die letzten Tage durfte ich mich im Rahmen einer Ausbilderschulung des DSV in der schönen Ramsau aufhalten und den Dachstein als Langlauf- sowie Tourenrevier genießen. Was soll ich sagen, Sonnenschein und Pulverschnee auf knapp 3000m Höhe, das lässt das Skifahrerherz höher schlagen. Aber was mein Ski laufendes Herzilein bluten lässt ist die Tatsache, dass ringsum grüne Wiese herrschte. Es hatte zwar Ende Oktober bereits einmal einen halben Meter Schnee in der Ramsau in einer Nacht gegeben, aber seither ist es viel zu warm und die schönen Schneemassen sind alle wieder weg getaut.

So begibt sich die ganze Welt auf die Suche nach dem Schnee und wenn man sich die grünen Wiesen ringsum anschaut, dann denkt man auch irgendwie gar nicht an Weihnachten. Heute habe ich in meinem Nordic Walking Kurs an den Birken sogar schon wieder grüne Spitzen erkennen können, sprich die Knospen sind kurz davor aufzugehen. Na wenn das mal gut geht.

Wer noch einen ganz heißen Tipp haben möchte, in Flizmoos, rund 15km von Ramsau am Dachstein entfernt. ist auf einer nordexponierten Talwiese derzeit noch Ski Langlauf möglich, denn dort ist eine herrliche Loipe optimal für Skating und Klassik gespurt und all die wilden Hobbyleistungssportler drehen fleißig ihre Runden.

Meiner einer wird sich dann wieder auf die Skiroller begeben und ein paar heiße Runden zu Fuß absolvieren.

Scheiß Klimaerwärmung.

 

Hang Loose

 

DW

Mittwoch, November 29, 2006

Doping und kein Ende

Die Prozessakten von Thomas Springstein liegen mittlerweile den Deutschen Spitzensportverbänden vor und zeigen offenbar das Scheitern des Dopingkontrollsystems.

Nachdem bereits die Namen von Grit Breuer und Olympiasieger Nils Schumann genannt wurden, kamen jetzt auch die Namen der Triathleten Anja Dittmer und Stephan Vuckovic, Olympiasilbermedaillengewinner in Sidney, ins Doping-Gerede.


Der ehemalige Trainer Thomas Springstein ist inzwischen wegen Dopingvergabe an eine damals minderjährige Athletin zu einer Bewährungsstrafe von 16 Monaten verurteilt. Der Prozess gegen ihn ist seit einem halben Jahr zu Ende, doch nachdem die Staatsanwaltschaft Magdeburg dem Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) und der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) Einsicht in die Akten gegeben hat, geht ein Aufschrei durch den Sport. Denn die Akten dokumentieren das Scheitern des Dopingkontrollsystems.

Wohl noch nie haben Sportfunktionäre so tiefe Einblicke in die Möglichkeiten der Leistungsmanipulation erhalten. Auf ihrer Grundlage hat der DLV auch Strafanzeige gegen Peraita und den niederländischen Athletenmanager Jos Hermens erstattet und ein Ermittlungsverfahren gegen mehrere Athleten eingeleitet, darunter Springsteins Lebensgefährtin Grit Breuer.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Prozess und den Skandalen der letzte Monate lauten:

·      Dopingkontrollen braucht man nicht fürchten, vorausgesetzt man hat die richtigen Kontakte.

o        Denn Blutkontrollen finden nicht im Training statt, damit ist durchaus ein Doping mit Insulin und Wachstumshormonen möglich.

o        Der Wachstumsfaktor IGF1 wird derzeit nur in der Forschung verwendet und scheint der letzte Schrei im Dopingsumpf zu sein, denn ein Nachweis ist nicht möglich und über Risiken macht sich keiner Gedanken.

o        Falls man doch mal Gefahr läuft, einen Dopingtest abgeben zu müssen und nicht sauber ist, dann gibt es „Reiskörner“ und „Shakes“, die Dopingproben unbrauchbar machen und Dopingfahnder staunen lassen.

o        Fast schon Allgemeinwissen ist das Doping mit Dosierungen unterhalb der Nachweisgrenze, wie zum Beispiel mit Testosteronpflastern

·      Doping findet als großes Geschäft in Netzwerken statt

o        Radsportler fliegen nach Spanien und haben betreuende Ärzte in Italien, Belgien und Deutschland.

o        Ein deutscher Trainer lässt sich von einem spanischen Arzt beraten und wickelt Alles über einen holländischen Athletenmanager ab.

o        Die Mittelchen werden aus Lagern gestohlen, aus Labors, Arztpraxen und Krankenhäusern überall in der Welt beschafft und illegal in Asien hergestellt. Überall gibt es willige Mittäter, die daran gutes Geld verdienen.

o        In der Dopingszene werden Milliarden umgesetzt, speziell im Freizeitsportbereich (bei Bodybuildern und Kraftsportlern) herrschen mafiöse Strukturen.

·      Doping kennt keine Skrupel

o        Man hat keine Angst vor Nebenwirkungen, Springstein selbst hat ja Anfang der Neunziger Katrin Krabbe und Grit Breuer mit Clenbuterol, einem Mittel aus der Kälbermast gedopt,

o        Oxiglobin, ein Blutersatzstoff und bislang nur in der Tiermedizin der USA zugelassen, wird offen auf dem Markt nachgefragt.

o        Springstein fragt in den Mails nach Repoxygen, das wiederum ist ein Mittel, welches in die Erbstruktur eingreift und bislang noch nicht einmal über den Tierversuch hinausgekommen ist.

o        Springstein wurde in diesem Prozess wegen Minderjährigendopings verurteilt, wobei vielen Beteiligten klar war, dass der Prozess einen ungewöhnlichen Verlauf genommen hat, um nicht für einen großen Skandal in der Leichtathletik zu sorgen, denn Springstein wurde mit dem Prozess auch zum Schweigen über die Details verurteilt.

Bin ich Idealist, wenn ich daran glaube, dass die Nordische Kombination, das Skispringen und der Ski Langlauf sauber sind?

Was sagen Sie?

 

Hang loose

 

DW

 

Samstag, November 25, 2006

Nordic Opening - 400 Athleten im dunklen hohen Norden und Talentquoten für die Skispringer?

Alle Jahre wieder trifft sich die gesamte nordische Familie zum Saisonauftakt im finnischen Kuusamo knapp unterhalb des Polarkreises und alle Jahre wieder ist das Wetter ein bestimmender Faktor an der Schanze. Den Langläufern ist das Wetter ja eigentlich egal, aber für die Schanzenpiloten ist der Faktor Wind und Schneefall immer wieder ein Gespräch wert. Gerade im deutschen Spezialspringerlager freut man sich ja immer über Gesprächsthemen abseits der eigenen Leistung und da kommt das Nachtreten eines Alexander Herr gerade recht.

Impulsiv, eigenbrödlerisch und selbstbewusst war der Schwarzwälder Herr ja schon immer und lebenslang von seinem Vater gefördert, hat er es ja immerhin bis in die erweiterte Weltspitze geschafft, doch nun scheint die Reise des Alexander Herr nach dem Rausschmiss aus dem deutschen Team und der gescheiterten Einbürgerung in Schweden beendet. Trotzdem ist es nicht verständlich, wenn man frustriert die Medien nutzt, um schmutzige Wäsche zu waschen und den Bundestrainer Peter Rohwein zu diffamieren. Man kann über die Stimmung im deutschen Team und die Trainingsmethoden durchaus getrennter Meinung sein und man darf auch fragen, warum die vier Skisprungstützpunkte in Deutschland allesamt durch österreichische  Trainer betreut werden, es also offensichtlich keine brauchbaren Trainer in Deutschland gibt. Aber das sind sachliche Fragestellungen und keine wilden Behauptungen in noch wilderen Magazinen von Athleten aus dem Abseits.

Genau so wenig zielführend sind jedoch auch die Diskussionen um den deutschen Kombinierernachwuchs und die Skispringer. Es ist schon seltsam, dass man im Skispringen viel Geld verdienen kann und die Nordische Kombination dazu ein weitaus größeres Maß an Trainingsumfängen und persönlichem Einsatz erfordert, aber trotzdem in Deutschland aktuell kein Skispringernachwuchs zu finden ist, während die Kombinierer ein absolutes Luxusproblem haben. Denn allein 11 Mann aus Deutschland können im A-Weltcup starten, doch dabei hat man dann schon drei weitere Startberechtigte nach Hause geschickt und Christian Ullmer aus dem Schwarzwald hatte es dorthin noch gar nicht geschafft, ist deshalb zu den Skispringern gewechselt und gehört dort bereits zum A-Team der deutschen Skispringer, welches aktuell mit vier Mann im Weltcup vertreten ist. Da sollte man sich doch im Skispringen mal fragen, was schief läuft, anstatt arrogant Forderungen nach einer „Talentabgabe“ von den Kombinierern zu stellen. Warum ist denn der Nachwuchs in der Nordischen Kombination so erfolgreich und nicht einmal unbedingt zahlreich? Warum gelingt einem „Kombinierer der neuen Generation“ so leicht der Wechsel ins Spezialspringerlager?

Weil es gelungen ist unter der Führung von Horst Hüttel und Sepp Buchner, beide selbst einmal Kombinierer, ein systematisches Nachwuchstraining zu realisieren, bei dem sehr viel Wert auf eine hohe koordinative Schulung gelegt wird. Die Athleten bekommen Kriterienkataloge mit nach Hause und müssen Turnen und Salti beherrschen, vom 3-Meter-Brett verschiedene Figuren springen, oder auf Inline-Skates Kunstsprünge über Hindernisse realisieren. Also alles Dinge, die kein spezifisches Training darstellen, den Athleten aber zu einer hohen koordinativen Leistungsfähigkeit führen, die wiederum zum Beispiel den Wechsel eines Christian Ullmer in eine andere Disziplin erst ermöglicht.

Bei den Springern sucht man all diese Alternativen oft vergeblich und nach den dicken Jahren im deutschen Skisprung ist auch so mancher Athlet eher ein Schönling, denn ein knallhart siegorientierter Sportler. Man hat also die Entwicklung im Skispringen durch ein systematisches Nachwuchstraining verschlafen, trainiert häufig viel zu monoton und speziell und beschäftigt sich auch gar zu gerne mit Fragestellungen abseits der springerischen Leistung. Da wird den ganzen Sommer über Material getestet und auch im Winter probiert man gar zu oft mit Anzügen, Ski und Schuhen rum, anstatt an den technischen Details von Anfahrt, Absprung, Flug und Landung zu arbeiten. Die athletischen Leistungen der deutschen Adler waren in den letzten Jahren folgerichtig eher schwach und auch in diesem Jahr kann man nicht unbedingt behaupten, dass die deutschen Springer den Schanzentisch eintreten.

Es ist also schlicht eine Menge Arbeit in den kommenden Jahren im Skispringen von der Basis nach ganz oben zu tun. Es müssen junge, motivierte und gut ausgebildete Trainer mit neuen Ideen her, es muss ein Nachwuchskonzept aufgestellt werden, welches dann konsequent umzusetzen ist und mehr Leistungszwang muss die jungen Athleten zu konsequenter Arbeit erziehen sowie durch ein Ausbildungskonzept sollte es auch abseits der Schanze gelingen, aus den Athleten mündige und intelligente Bürger zu machen.

 

In diesem Sinne, Hang loose

 

DW

 

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Mittwoch, November 22, 2006

The Mission - vom einsamen Kampf mit der Waage

My Way to Coolman Wintertriathlon in Freudenstadt / Kniebis

 

Wie ein Berserker trainiere ich nun wahrlich noch nicht, aber auch meine Waage hat sich bislang nicht wirklich als mein Freund gezeigt. Ein wenig mehr Unterstützung aus meinem Umfeld hätte ich da schon erwartet, aber das treibt mich nur zu noch mehr Höchstleistungen an und so habe ich letztens schon fast ein knochenhartes Trainingslager absolviert.

Immerhin war ich in der vergangenen Woche zwei Mal für je eine Stunde Skirollern und bin als Exot in kurzen Hosen Ende Oktober durch Jena geslidet.

Jaja, so warm war es bei uns dieser Tage und die gnadenlosen Duelle mit den Radfahrern haben mich glatt den Schmerz in den Armen vergessen lassen und auch die Tatsache, dass das Alles schon mal besser ging. Aber mich tröstet die Illusion, dass ich mich einfach mal selbst als brillanten Techniker bezeichne, denn mit dem Alter wird man zwar nicht Besser, aber die Bewegungen sehen geschmeidiger aus, auch wenn der Körper nicht mehr ganz so adrett da her kommt und es schmeichelt mir schon fast, wenn mich die Passanten fragen, wo ich denn die Ski gelassen habe.

Die schlummern im Keller und wissen noch nichts von dem nahenden Unglück im Januar. Auch mein Umfeld weiß noch nichts von meinen Zielen, außer sie lesen meine Zeilen, aber da echte Freunde sich nie für die Hobbys anderer interessieren, bin ich mir recht sicher, dass unter den Zehntausenden von Lesern dieser Seiten kein Bekannter dabei sein wird. Wenn doch, dann bitte einfach mal SCHNAUZE HALTEN, denn das hier ist geheim und erfordert höchste Konzentration, oder um es mit BundesJogi zu sagen „höckschte Disziplin Jungs, höckschte Disziplin Jungs“.

Also grübel ich wie wild über meinem eigenen perfekten Trainingsplan nach dem Motto: Wenig machen – Viel erreichen. Aber ähnlich wie mit den Schlankmachpillen wird auch das nicht funktionieren, obwohl, sollte ich es doch mal mit ner Pille probieren?

 

Hang Loose

 

DW

 

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Donnerstag, November 16, 2006

The Mission begins or Dead Men Walking mit ner Schnupfennase

My Way to Coolman Wintertriathlon in Freudenstadt / Kniebis

 

Also gesagt, getan, mal einfach an nem Wintertriathlon teilnehmen.

Ha – wenn es nur so einfach wäre. Wahrscheinlich vor lauter gedanklichem Stress und Angst habe ich mir erstmal nen satten Schnupfen weggeholt, um die Vorbereitung optimal mit ner Trainingspause zu starten. NA SUPER!

Völlig verrotzt bin ich dann gleich mal die 27km zum Kernberglauf als Begleitläufer gejoggt und war hinterher ganz schön blau, aber irgendwie erstaunt, wie schnell ich mich doch davon erholt habe und glücklicherweise auch nicht gleich meine Mission aufgrund einer Herzmuskelentzündung abbrechen musste. Also bitte nicht nachmachen, dieses Programm ist absolut nicht vernünftig, denn man sollte mit Erkältung keinen Sport treiben! Das kann schnell ins Auge gehen, doch ich hatte wohl mehr Glück als Verstand. Der Kernberglauf selbst war nicht gerade ein Highlight, geschweige denn Werbung für den Laufsport. Organisatorische Mängel, der Ausfall der Zeitmessanlage und die nicht gerade üppigen Leistungen für die Teilnehmer lassen mich als Organisator wahrlich nicht schwärmen. Ich denke schon, dezidiert eine Meinung zu dem Thema haben zu dürfen, denn bei unserem Weidatal Marathon im September wird dem Teilnehmer deutlich mehr geboten. Kommen Sie doch vorbei und überzeugen Sie sich, wie es dem Schwätzer dann als Organisator ergeht (Mehr Infos unter http://www.weidatalmarathon.de).

Mein Wochenpensum besteht bislang aus meiner Trainertätigkeit im Gesundheitssport, das heißt, ich motiviere andere Menschen zu mehr Aktivität im Leben und finde das auch ganz toll, nur bleibt da eben wenig Zeit für eigene Ziele, doch jetzt wird ja zum Glück ALLES anders, denn neben meiner Zeit vorm Rechner und für die Menschen, finde ich nun auch noch ein paar Stunden für das Training und noch viel mehr Stunden für das Schreiben darüber. Aber ein paar Klimmzüge gehen immer und wie ein echter Held habe ich auch gleich für unseren Bike Marathon im kommenden Juli (Mehr Infos unter www.weidatal-bike.de) ein paar Streckenabschnitte besichtigt. Damit stehen also schon mal fette 3,5 Stunden Mountainbike im virtuellen Protokoll nebst den 27km Kernbergschnupfennasenlauf.

 

Hang Loose

 

DW

Samstag, November 11, 2006

My Way to Coolman Wintertriathlon in Freudenstadt / Kniebis

It`s Cool Man hat einmal ein älterer Herr gesagt und ne Schoki verdrückt, für die ein deutscher Skispringer mit lila Helm und in den letzten Jahren eher wenig erfolgreich durch die Lüfte springt. Den gleichen Jahrgang wie einer dieser Protagonisten habe ich auch und Skispringen war ebenfalls ein Teil meines Lebens, wobei ich die Variante mit Langlauf, also die Nordische Kombination, bevorzugte. Ackermann, Kircheisen und Co. sind für mich längst Vergangenheit und die Schokolade dafür umso aktueller. Entsprechend bin ich auch einige Kilos vom idealen Wettkampfgewicht entfernt und freue mich schon jetzt auf das Alpirsbacher Klosterbräu im Ziel.

Obwohl, jetzt mach mal halblang, so ein Biertrinker bin ich wahrlich nicht und ganz so fett auch nicht, aber eben doch weit entfernt von meinen Hochzeiten (ich bin halt nicht verheiratet) als Ironman und Hobby-Triathlet. Jedenfalls fasziniert mich Wintersport schon von Kindesbeinen an und seitdem ich etwas klarer denken kann, bin ich ein ebenso begeisterter Triathlet. Also liegt der Schluss nahe, Begeisterung und Faible zusammen zu schmeißen und mal einen auf harten Wintertriathleten zu mimen. Ob das mit dem Denken dabei wirklich so klar war, wusste man auch noch nicht, aber der Mensch braucht Ziele und so lautet MEINS für die kommenden dunklen Nächte COOLMAN 2007 in Freudenstadt.

 

In den kommenden Wochen werde ich also berichten, was sich dereinst in einsamen Thüringer Wäldern zutrug und welch Höllenqualen der Held durchlebt, um am Ende ganz ohne Doping und geheime Trainingslager doch als Gewinner (an Erfahrung) im Ziel im Schwarzwald zu stehen. Harte Trainingseinheiten unter gnadenlosen Kompromissen und noch gnadenloseren Bedingungen erwarten mich, denn als Trainer kenne ich keine Gnade mit der Wade meiner einer. Die Zeit ist dabei mein größter Gegner, denn allzu oft verbringe ich die Tage vor meinem Rechner und weniger in der Natur der Bewegung, die uns Menschen eigen ist. ABER DAMIT IST JETZT SCHLUSS!

 

Für mich heißt das, endlich tut mal einer was gegen die drohende Herbstdepression, denn jetzt heißt es früher aufstehen, ALLES auf den 20. Januar 2007 ausrichten, auf SEX verzichten, asketisch leben, in die Hände spucken, das Sozialprodukt mit Trainingseinheiten während der Dienstzeit versauen. Ach ja, ich vergaß, ich bin selbständig, damit per se REICH, habe also unendlich viel Zeit, muss nur ab und an mal Geld drucken gehen und gehöre zu den Heuschrecken in der Republik. Man könnte es auch anders sehen, ich bin Existenzgründer, erhalte keine Fördergelder und Kredite, bin also arm wie ne Kirchenmaus und arbeite wie ein Berserker seit Jahren tagein tagaus, um meinen Traum zu verwirklichen. Die Sache macht auch richtig Spaß, nur blieb eben bislang keine Zeit für Training und entsprechend schwarz sehe ich bei dem Gedanken an meine Form und nicht nur bei dem Gedanken daran, sondern sicher auch beim Training.

Wir werden sehen und Sie hoffentlich lesen, wie es mir als Held im Erdbeerfeld in den kommenden Wochen so ergeht und richtig Triathlon-like sage ich:

 

Hang Loose

 

DW

Montag, Oktober 30, 2006

Evi und die Detektive

Man kann zum Glück sagen, dass die Ergebnisse vom Wochenende die richtige Antwort von Evi Sachenbacher-Stehle auf die anhaltende Diskussion um Ihre Hämoglobinkonzentration gewesen sind. Das Wettkampfwochenende bewies damit ebenfalls eindrucksvoll die Richtigkeit der DSV-Entscheidung mit einem finnischen Trainer sowie einer weiteren Spezialisierung in der Nationalmannschaft zu versuchen, den Anschluss an die Weltspitze im Sprint zu schaffen.

Nervig bleibt trotzdem das Gezerre um die Ausnahmegenehmigungen und ein Verdacht gegenüber den Athleten sowie der Sportart insgesamt bleibt außerdem. Bei der Belastungsstudie kamen für Evi keine auffälligen Werte heraus, die die Schutzsperre aufgrund einer zu hohen Hämoglobin-Konzentration vor den Olympischen Spielen in Turin hätten erklären können. Richtig ungewöhnlich sind diese Werte auch schon deshalb, weil sie als weibliche Athletin doch eher niedrigere Werte aufweist und diese auch just vor Olympia nach oben schnellten.

Da bleiben einige Fragen offen, auch wenn man mittlerweile sagt, dass bei ihr die Anpassungen erst nach längeren Höhenaufenthalten von mehr als 3 Wochen eintreten und nicht bei einer kürzeren Dauer wie dies bei der Belastungsstudie überprüft wurde. Die Pressemeldung des DSV in diesem Zusammenhang bei Frau Sachenbacher-Stehle in Zukunft auf Höhenaufenthalte zu verzichten, ist letztlich auch nur Mediengewitter, denn unter ärztlicher Kontrolle und guter Hydration sollten trotz Höhenaufenthalt keine „gefährlichen“ Werte entstehen. Dazu dient ja letztlich auch die Schutzsperre, denn zu hohe Hämoglobinkonzentrationen bergen nicht unerhebliche gesundheitliche Risiken für die Athleten und eine ärztliche Kontrolle sollte man im Spitzensport bei Höhenaufenthalten auch erwarten dürfen.

Letztlich bleibt es ein Fischen in trüben Gewässern und ein wenig kenn ich den deutschen Langlaufsport sowie die Protagonisten auch, so dass ich mir dort Doping nur schwer vorstellen kann.

Ungewöhnlich bleiben die Werte dennoch und deshalb hilft hier nur der Appell an die Verbände und die Wissenschaft mit Hilfe neuer Testverfahren und mit Hilfe eines athletenspezifischen Blutpasses für entsprechende Transparenz zu sorgen. Dies hilft der Sportart und was man unbedingt herausstellen sollte, es liegt im Interesse der Athleten und im Gegensatz zu Nationen wie Österreich oder Norwegen, zeigten sich die deutschen Langläufer in dieser Hinsicht äußerst kooperativ und fordern auch vehement entsprechende Regularien ein, um schlichtweg für Transparenz zu sorgen und zu zeigen, dass das „deutsche Langlaufwunder“ auf gutem Training und gutem Material beruht.

Zumindest bin ich fest davon überzeugt, dass auch ohne Doping Höchstleistungen in Ausdauerdisziplinen möglich sind, dafür bin ich Trainer geworden.

 

Hang Loose

 

DW

 

Samstag, Oktober 28, 2006

Schnee am Rhein - Sinn und Unsinn eines Medienspektakels

Zum fünften Mal startet der Langlauf Weltcup in Düsseldorf in die Saison und vier Mal hieß der Sieger bislang Larsson aus Schweden und viel Mal waren die deutschen Starter chancenlos. Nur diesmal nicht, da der Schwede im Viertelfinale stürzte und damit chancenlos blieb sowie die Deutschen mit der neuen Sprintgruppe um den finnischen Trainer offensichtlich auf einem guten Weg sind.

Vier Mal zog das Spektakel hunderttausende Menschen an die Banden und doch bleibt fraglich, ob damit auch nur ein neuer deutscher Langlauf-Star gewonnen werden kann. Der Ski Langlauf im Rheinland ist sicher ein Medienereignis und im Ruhrgebiet mit Millionen von Einwohnern wird man wie beim Biathlon auf Schalke auch stets Unmengen an Zuschauern und damit eine gute Stimmung erhalten, doch wohl kaum einer wird deshalb seine Kinder zukünftig zum Ski Langlaufen anstatt zu Borussia Dortmund und Co. schicken.

Nicht nur aus Sicht der Athleten und Trainer ist der Termin in Düsseldorf zudem ein wenig früh im Jahr im Rahmen der Saisonvorbereitung, sondern auch die Fernsehstationen haben dankend abgewunken, das von der FIS eigentlich geforderte Live-Signal zu senden, so dass letztlich der WDR als drittes Programm die Ausstrahlung übernahm und auch nach Ansicht der FIS ist der Termin in Düsseldorf ein wenig früh in der Saison.

Man wird also davon ausgehen können, dass sich zumindest der Termin für den Auftakt im kommenden Jahr verschieben wird und aus Sicht der Nachwuchsgewinnung im DSV sollte man eher auf Städte wie München, Freiburg, Stuttgart, Erfurt und Dresden setzen, wobei München ja bereits für die Tour de Ski berücksichtigt wurde und die anderen Städte sicher kleiner und unbekannter, aber eben auch skisportnäher sind. Interessant und absolut begrüßenswert ist der Ansatz eines Nachwuchsrennens im Rahmen des Weltcups, zu dem der beste Langläufer aller Zeiten, Björn Dählie aus Norwegen, die Schirmherrschaft übernommen hat. In Skandinavien nehmen an solchen Rennen mehrere tausend Kids teil und zum Beispiel am Holmenkollen gibt es dafür eigene Events mit gigantischen Teilnehmerfeldern. Damit kann man die Kinder ganz nah ran bringen an die Faszination einer Sportart und gibt die beste Motivation für Training und Wettkampf. Solche „Rahmenwettkämpfe“ sollte man also zukünftig häufiger anbieten.

Hang Loose

DW

Dienstag, Oktober 24, 2006

Das Wort zum Dienstag

Mittlerweile bin ich ja recht wohlbehalten aus Freiburg zurückgekehrt, wenn man mal davon absieht, dass mich die Seuche erwischt hat und ich mich mit nem grippalen Infekt rumärgere, aber der hat keine Chance gegen mein Immunsystem. Der Kursbetrieb bei herbstlichen Wetterbedingungen ist auch nicht immer einfach und am Wochenende haben wir zu Informations- sowie Werbezwecken am traditionellen Kernberglauf in Jena teilgenommen. Es war immerhin die 30. Auflage und im Normalfall erwartet man da ne große Party, aber irgendwie war der Wettkampf alles andere als das. Stimmung, Ambiente, Rahmenprogramm, Moderation und Musik Fehlanzeige. Für 8 Euro Startgeld gab es eine normale Verpflegung unterwegs, aber wenig Versorgung im Ziel und man hätte sich für 15 Euro ein Finisher Shirt selbst kaufen sollen, aber irgendwie war mir das für einen Putzlappen zu teuer. Die Streckenführung ist bekannt und letztlich Geschmackssache, die Zeitmessung hat wieder einmal nicht funktioniert, so dass es auch mit den Urkunden und Co. nichts wurde und ich irgendwie nicht verstehen kann, was an diesem Lauf so toll sein soll. Da lobe ich mir doch den Weidatal Marathon.

Gerade im Auto sitzend rüttelt draußen ein kräftiger Herbststurm am Wagen und will mir erzählen, dass der Sommer vorbei ist. Ich glaube ihm das ja auch, denn am Wochenende haben wir auch unseren Teich abgefischt und ne Runde im Schlamm gewühlt. Also Karpfen gefangen, Bier getrunken, dummen Mist erzählt und all die Sachen, die Männer unter sich eben so machen. Gehört aber einfach traditionell dazu und macht auch mal Laune, denn es gibt zwei Dinge, die riechen nach Fisch, aber nur eins kann man essen ;-). Zusätzlich habe ich dann auch gleich noch Strecken erkundet für unsere Marathons im nächsten Jahr und bin richtig gut fündig geworden. Rund um die Talsperre gibt es herrliche Möglichkeiten einer anspruchsvollen und aussichtsreichen Streckenführung für unsere Mountainbiker, Läufer, Nordic Walker, Walker und Wanderer im Juli und September 2007. Aber dazu später mehr. Jetzt muss ich zu meinem Termin mit Bad Brambacher Mineralquellen, denn es geht ja um die Streckenversorgung bei den Events im kommenden Jahr.

 

Hang loose

 

DW

 

www.walkingparks.de – Nordic Fitness Zentren in Deutschland!

 

 

News, Termine und Berichte zu Nordic Fitness unter www.nordic-web.de – Die Nr. 1 im Web!

 

Mittwoch, Oktober 18, 2006

Lehrgang des A-Kader Skisprung in Hinterzarten

Übers Wochenende gab es die A-Trainer Ausbildung in Freiburg im Breisgau mit Ausflügen in die Biomechanik, die Sportpsychologie und in Lerntheorien. Dabei habe ich auch gleich meine Schanzenpremiere als Trainer gefeiert und den Skisprungnachwuchs Baden Württembergs für ein paar Minuten begleitet. War richtig cool und den Kids hat es sichtlich Spaß gemacht.

Zudem hatten wir auch die Möglichkeit, biomechanische Messungen an der Schanze bei den besten Springern der Republik vorzunehmen, denn der komplette A-, B- und C-Kader der Skispringer war in Hinterzarten vor Ort. Das heißt wir haben uns die Winkelverläufe in der Anfahrt, im Absprung und im Flug von Martin Schmitt und Co. angeschaut, haben Peter Rohwein und Henry Glaß bei der Arbeit ebenso über die Schulter geschaut wie den österreichischen Trainern Heinz Kuttin und Stefan Horngacher.

Am Montag haben wir dann die Analysen selbst erstellt und sind noch einen Schritt weiter gegangen, denn wir haben ergänzend dazu Aufnahmen aus anderen Perspektiven gewählt und dann versucht, Zusammenhänge zwischen den biomechanischen Messungen und unseren Bildern herzustellen, denn wenn zum Beispiel eine Kraftverlaufskurve zeigt, dass der Springer X etwas stärker mit dem rechten Bein wegspringt, dann sollte sich dies auch in dessen Absprung- und Flugverhalten, vor allen Dingen in Bezug auf die Symmetrie auswirken. Die Ergebnisse sind aber streng geheim und da es sich ja um persönliche Daten der Sportler handelt, darf ich diese auch nicht weitergeben. Nur so viel, es wird hart gearbeitet.

Bei einer Halleneinheit mit Schnellkraft- und Schnelligkeitstraining der DSV-Athleten waren wir auch dabei und dann habe ich noch einen schönen Nachmittag in Freiburg verbracht, nachdem ich die letzten Nächte wieder einmal bis 4 Uhr vor dem Rechner saß, um die Internetgemeinde mit meinen Projekten zu überfluten. Also mit viel Sonne im Gepäck, kleinen Augen und schwerer Reisetasche sitze ich jetzt hier im Zug von Frankfurt nach Jena und freue mich auf mein Bett nach meiner Ankunft um hoffentlich 22.15Uhr. Aber mit den Sparpreisen der Bahn ist es echt gut mit der Bahn zu reisen, wenn man rechtzeitig bucht, denn ich bin gerade einmal 5 Stunden und 20 Minuten unterwegs und zahle für Hin- und Rückfahrt nur etwas mehr als 90 €. Mit dem Auto wäre es kaum schneller gegangen, ich hätte den Fahrstress gehabt und Geld hätte ich auch nicht gespart. So sitze ich hier und blogge mal drauf los.

Morgen dann wieder E-Mail-Terror im Büro und der ganz normale Wahnsinn bei dem Versuch, sich eine Existenz im Sport aufzubauen.

 

Hang Loose

Sonntag, Oktober 15, 2006

Dinge, die die Welt nicht braucht

Dinge, die die Welt nicht braucht

 

Manchmal fragt man sich, wozu Produktmanager in Unternehmen existieren. Oder brauchen Sie einen Stock von Exel für mehr als 300 Euro? Wie wäre es mit einer Partnervermittlung und Single Treff für Nordic Walker unter www.singlewalk.de? Kennen Sie schon das Nordic Walking Bier oder die Uhr für den Stock?

 

Brauchen Sie auch nicht, außer Sie wollen Geld verbrennen.

Kommentar im Handelsblatt zu Nordic Walking

Jede PR ist gute PR, aber manchmal muss man auch sagen, wenn jemand Schrott erzählt.
Da kommt doch so ein Redakteur daher und schreibt einen wirklich unterhaltsamen Artikel über so manchen nordic walkenden Zeitgenossen. Ich mag ja Satire und Ironie, aber bitte nicht am Thema vorbei. Die Frau Schulte-Döninghaus meint gar treffend:
"Die Angststarre bemächtigte sich auch unserer Leiber; wir suchten Stützen und Halt und (er)fanden das „Nordic Walking“.
Kein Park, nirgends, dessen sich nicht, stickeldi, stöckeldi, wildentschlossene Spießläufer bemächtigten, Hunde, Kinder und Liebespaare verscheuchend. Kein Spazierweg, über den es nicht klickte bzw. klackte und auf dem sich nicht ahnungslose Flaneure jäh eingekeilt sahen von keuchenden Marschformationen in Stechschritt-Orgien, ihre Stöcke wie Speere vor dem Bauchansatz präsentierend. Dabei schauten sie hochnäsig und in grimmiger Verbissenheit, als ginge es um den Weltgeist und nicht einfach darum, ein paar Pfunde wegzustechen.
Vermutlich ärgert sich die Besenstiel-Industrie kreuzweise, dass nicht sie damals, absatzfördernd, den Zeitgeist bei der Bürste packte und einen Fitness-Boom namens „Nordic Brooming“ erfand."

Doch dann kommt so langsam der Irrtum ins Spiel:
"In Wahrheit handelt es sich darum, den natürlichen Bewegungstrieb zwischen Kopf, Beinen, Armen und Augen so zu verwirren, dass es zum Straucheln und zum freien Fall kommt." Man trage die Stöcke im Kreuz und wieso müsse man das Laufen in einem Kurs erlernen?

Genau da liegt das Problem, unsere Gesellschaft besteht aus motorischen Deppen und Kinder können kaum mehr einen Purzelbaum. Will man einer erwachsenen Handelsblatt Autorin jedoch etwas über Bewegungsfertigkeiten erzählen, zieht sie sich wahrscheinlich lieber hinter die Tastatur zurück und hofft darauf, dass irgendwann der Rollstuhl für Bewegung sorgt.

"Warum laufen die nicht? Angeblich soll das „Nordic Walking“ gesundheitsfördernder sein als Radfahren, Schwimmen und Laufen zusammen. Durch den Stockeinsatz, heißt es, werde auch die Oberkörpermuskulatur kräftig mittrainiert, der Halteapparat gestärkt und dabei würden zwischen 350 und 450 Kalorien pro Stunde verbrannt. Dafür braucht es aber nicht unbedingt zwo Stöcke. Ein paar Liegestützen und Kniebeugen tun’s auch, damit Deutschland endlich nicht mehr am Stock gehen muss. "

Ein paar einfache Fragen:
Ja wie viel laufen Sie denn pro Tag?
Wie gesund ist es für die Gelenke mit 20kg Übergewicht zu joggen?
Wie viele Liegestütze und Kniebeuge macht Frau Schulte irgendwas pro Tag? Womöglich noch im stickigen Büro??? Entspannung pur.

Mehr als 50% der Deutschen sind zu dick und ein paar Kniebeuge sollen helfen??? Nimm den Stock aus dem Arsch, zieh die Turnschuhe an und beweg Dich!

Start

Hallo zusammen,

aktuell bin ich zur Trainerausbildung im schönen Freiburg, es ist fast 2 Uhr morgens und meine Blog-Premiere startet mit den ersten Zeilen. So Gott will, wird dies mein neues Hobby und ihr erfahrt regelmäßig ein wenig skurriles, manchmal interessantes und meistens nebensächliches aus meiner Welt.

Heute war ich beim Sprungtraining der A-Mannschaft um Martin Schmitt, Michael Uhrmann und Co., technisch befinden sich die Athleten auf einem guten Niveau, allerdings fehlt aus meiner Sicht der Bumms am Absprung und auch die Analysen mit den Kraftmessplatten in Hinterzarten haben dies mit den Treibhöhenwerten bestätigt. Man kann nur für alle Fans hoffen, dass die Saisonvorbereitung gut wird.

Hang loose

Here I am